Angora und Fuchsclub Württemberg Hohenzollern
1. Vorsitzender
Dr. Hans-Peter Maurer,
Keltenstrasse 32,
71723 Großbottwar
Tel.: 07148 / 8764
E-Mail: maurer.hp@t-online.de
Angorakaninchen
Angora-Kaninchen
Fuchskaninchen
Fuchszwerge
Geschichte
Die ersten Angora-Kaninchen wurden unter der Bezeichnung "Seidenkaninchen" 1723 von englischen Seeleuten aus Ländern am schwarzen Meer nach Bordeaux mitgebracht. Mitte des 18. Jahrhunderts gelangten die ersten Tiere nach Deutschland und erlangten in Oberfranken Verbreitung. Kein geringerer als Goethe förderte die Haltung der Angora in Thüringen. Ziel war es, der Landbevölkerung zu einem Zubrot zu verhelfen.
Zuchtstand heute
Die Angora sind Wolltiere (wie die Schafe). Die Tiere werden mindestens alle drei Monate mit der Handschere oder einer elektrischen Schermaschine geschoren. Die regelmäßige Schur ist zwingend nötig, um das Wohlbefinden der Tiere zu erhalten. Ohne Schur würden die Tiere die Futteraufnahme reduzieren und die verfilzende Wolle die Bewegungsfähigkeit der Tiere einschränken. Sehr kritisch wird in der Öffentlichkeit das im Ausland praktizierte "Rupfen" von Angora-Kaninchen beurteilt. Hierbei sollen den Tieren durch das Auszupfen Schmerzen entstehen. Dem Angora-Club sind in Deutschland keine Züchter bekannt, die Angora halten oder züchten, die gerupft werden. Auf Schauen können solche Tiere nicht gezeigt werden, da die Wollstruktur ganz von der deutschen Zuchtrichtung abweicht.
Bei Ausstellungen soll die Wolle mindestens 6 cm lang sein. In voller Reife ist sie über 10 cm lang. Die Unterwolle ist stark vorherrschend. Das zulässige Gewicht für Ausstellungstiere liegt zwischen 3,5 und 5,2 kg. Typisch für die Angora sind die Wollbüschel auf der Stirn und an den Enden der Ohren sowie der Behang an den Läufen. Diese Merkmale unterscheiden sie neben der Wollstruktur auf den ersten Blick von den langhaarigen Kaninchenrassen.
Der Standard, der die Zuchtziele festlegt, wurde so geändert, dass die Rassemerkmale das Wohlbefinden der Tiere nicht beeinträchtigen. Denn zu starker Ohrbehang könnte den Wärmeausgleich negativ beeinflussen und zu starke Stirnbüschel die freie Sicht der Tiere behindern. Die Anregungen des Tierschutzes wurden somit vollständig umgesetzt.
Die Wollstruktur wurde züchterisch so bearbeitet, dass Bürsten oder Kämmen der Tiere zur Vermeidung von Filzbildung nicht mehr nötig ist. Der Mehraufwand bei der Zucht von Angora besteht damit im wesentlichen in der Zeit für die Schur der Tiere (ca. ½ h bis 1 h je Schur).
Wollertrag
Schlolaut schätzt die Wollleistung je Tier und Jahr zu Beginn der Zucht (18. Jh.) auf 200 bis 250 Gramm. 1960 lag die Jahreswollleistung bei 600 bis 700 Gramm und bei den Spitzentieren bei 800 Gramm. Heute sind 1301 Gramm bereinigter Jahreswollertrag (Wollwertrichtzahl) nötig, um die volle Punktzahl für die Wollleistung zu erhalten. Die absoluten Spitzentiere erbringen Leistungen von mehr als 2000 Gramm. Neben der Verbesserung des Wollvlieses wurde diese Leistungsexplosion auch durch die Anhebung des Gewichts der Tiere möglich. Die Spitzenwolltiere dürften in der Mehrzahl bei einem Gewicht von 5 kg liegen.
Verwendung der Wolle
Die aus Angorawolle hergestellten Kleidungsstücke sind wegen des besonderen Aufbaus des Wollvlieses leichter und halten sehr viel wärmer als z.B. solche aus Schafwolle. Aus der Wolle wird deshalb traditionell spezielle Gesundheitswäsche (z.B. für Rheumakranke) hergestellt. In den letzten Jahren wurde es aber aufgrund verbesserter Spinn- und Verarbeitungstechnik möglich, besonders flauschige Oberbekleidung (Pullover, Schals usw.) herzustellen.
Fuchskaninchen
Fuchskaninchen
Fuchskaninchen wurden Anfang der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts erzüchtet, um das Fell des Eisfuchses zu imitieren. Sehr schnell wurde erkannt, dass dieses ehrgeizige Ziel aufgrund biologischer Gesetze nicht zu erreichen war. Wirtschaftlich war die Erzüchtung der Rasse ein Fehlschlag. Als Ergebnis entstand aber ein wunderschönes und einzigartiges Hobby- und Sportkaninchen, das gerade in letzter Zeit immer mehr Züchter/innen begeistern kann.
Fuchskaninchen sind Haartiere mit einer Haarlänge zwischen 5 und 6 cm. Die Tiere werden nicht geschoren, sondern wechseln ihr Haarkleid wie die Normalhaarkaninchen im Jahreslauf. Das Normalgewicht beträgt 3 kg. Die Begrannung ist besonders kräftig erwünscht. Kopf, Ohren und Läufe sind normal behaart (keine Stirn-, Ohrbüschel oder Fußbehang). Im Vergleich zu ihren normalhaarigen Vettern erfordern die Fuchskaninchen nur wenig mehr Pflegeaufwand.
Zugelassen sind in Deutschland Fuchskaninchen weiß Rotaugen (Albino), weiß Blauaugen, fehfarbig, blau, schwarz, havannafarbig, chinchilla und gelb. Die Züchter/innen des Angora-Clubs von Württemberg und Hohenzollern widmen sich zurzeit Fuchskaninchen weiß Rotaugen und fehfarbiger Fuchskaninchen. Wegen ihrer geringen Verbreitung stellen die Fuchskaninchen besondere Anforderungen an ihre Züchter/innen
Fuchszwerge
Fuchszwerge
Fuchszwerge wurden Anfang der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts in der damaligen DDR herausgezüchtet. Die Anerkennung der Rasse erfolgte 1980 in der DDR und 1986 in der Bundesrepublik Deutschland. Diese langhaarigen Kobolde sollen die Rassemale der Fuchskaninchen in Verbindung mit der typischen Zwergform der Hermelin bzw. Farbenzwerge zeigen: zur Kleinheit des Tieres (1,1 bis 1,35 kg) gehört ein großer Kopf mit großen Augen und kurzen Ohren.
Die Besonderheiten des Fellkleides wurden bereits bei den Fuchskaninchen beschrieben. Die Haare der Fuchszwerge sollen 3,5 bis 5 cm lang sein. Um übertriebenen Ehrgeiz, der zu einer Einschränkung des Wohlbefindens der Tierchen führen könnte zu unterbinden, wurde der Standard für die Hermelin und die Zwergkaninchen an die moderne Auffassung über tierverträgliche Zucht und Haltung angepasst. Das Mindestgewicht wurde angehoben und die Ohrlänge soll nicht unter 5,5 cm betragen.
Zugelassen sind Fuchszwerge weiß Rotaugen (Albino), weiß Blauaugen und havannafarbig. Diese drei Farbenschläge werden von Mitgliedern des Angora-Clubs gezüchtet. Um die Anerkennung weiterer Farbenschläge bemühen sich engagierte Züchter/innen mit großem Erfolg.
Die Fuchszwerge sind liebenswerte langhaarige Kobolde. Die Zuchtziele sind so festgelegt, dass Übertreibungen zum Schaden der Tiere ausgeschlossen sind. Als junge Rasse stellen die Fuchszwerge ebenfalls hohe Anforderungen an das Können der Züchter/innen.


